Lange ersehnt... und endlich kann's losgehen, Anrollern ist angesagt!
Und zum Anrollern am 12. April 2026 haben sich gleich ein paar Gäste angesagt, die schon vorher einmal mit auf Tour waren. Tapfer - beim Anrollern, wo wir doch alle so auf's losrollern warten wie Kühe, die nach dem Winter zum erstenmal wieder auf die Weide kommen und losrennen dürfen. Naja, auf die Weide wollen wir natürlich nicht... die überlassen wir gerne den Kühen.
Peter jedenfalls hat die Winterruhe genutzt und fleißig am Tourenplan für die Anrollertour geschnitzt. Gar nicht so einfach, eine große Gruppe irgendwo unterzubringen und deshalb wird es eine Tour ohne großartige Einkehr geben. Und weil es keine Einkehr gibt und deshalb nichts gebucht werden muß, wird es eine WKDK-Tour. Hä? was ist das denn? Ganz einfach, wer kommt, der kommt, bringt sich seine Stulle für unterwegs mit und fertig, alles easy. Jetzt muß Peter nur noch am Wetter schnitzen, damit auch das passt. Immerhin, es verspricht trocken zu bleiben...
So trifft sich denn auch ein recht großer "Rollerhaufen" am McD-Parkplatz. Damit es gleich richtig los geht, geht es erstmal mit Pannenhilfe los. Andreas, unser heutiger Gast mit historischem Roller vermeldet zu wenig Druck. Hinten macht der Reifen schlapp. Na toll, da freut sich einer als Gastfahrer aufs Gruppenrudelanrollern und dann sowas.
Aber - irgendwer hat immer eine Lösung parat und so zückt Angi ihren mobilen Kompressor, mit dem der Reifen wieder auf Vordermann gebracht wird. Derweil berichtet Mathias, dass sein gelieber Honda-Roller neuerdings auch auf Sabotage aus ist - die Batterie hatte weiche Knie bekommen und wollte einfach erstmal nicht. Dann hat er es aber mit guten Zureden doch noch zum Startplatz gebracht und da springt der Roller auch gleich an.
Dann kann es ja losgehen. Worauf Marianne verstört ausruft "wo ist denn unser Roller"? Naja, bei den überschaubaren Geräten hier kann man schon mal den Überblick verlieren. Nimm einfach den, der übrig bleibt...
Der Roller ist gefunden, es geht los - auf indirektem Weg nach Lohmar zum Krewelshof, wo der Rest der Truppe dazukommen will. Das geht glatt bis Moitzfeld - praktischerweise nahe der Shell-Tankstelle. Da macht besagtes Hinterrad wieder schlapp und Andreas nuckelt die halbe Luftstation der Tankstelle leer in seinen Reifen - und praktischerweise kann man gleich noch auftanken.
Jetzt aber! Auf geht's nach Lohmar mit gefühlt tausend Stopps an allen Ampeln. Die haben "Rotlauf" oder wie die Seuche heißt, jedenfalls schalten alle stur auf rot, sobald wir anrollern.
Auch das hält uns nicht auf und wir treffen am Krewelshof ein. Da warten Wilhelm und Aloisia mit ihrem Gespann, und Richard und als seltener Gast sogar Heiner! Wie schön!
Nach der Begrüßung wundert sich Marianne, wo denn Ulla P ist. Sie hätte die doch gesehen... Aber kein Roller von Ulla ist zu sehen, Ulla erstmal auch nicht und Marianne denkt, sie hat schon Halluzinationen. Na, besser als Visionen, denn damit sollte man bekannterweise zum Arzt gehen. Nun, weder - noch. Tatsächlich taucht Ulla auf, aber "in Zivil", sie rollt heute nicht mit sondern kauft einfach nur etwas am Krewelshof ein. Mariannes Wahrnehmungsfähigkeit ist damit wiederhergestellt und wir satteln auf zum letzten Stopp in Hennef, wo Horst mit seiner Rakete auf uns wartet.
Halt, stopp - wieder eine kleine technische Herausforderung - Richards Sattel scheint über das aufgeschnallte Zusatzpolster beleidigt zu sein und sein Sattelschloß verweigert daraufhin den Dienst, die Klappe schnappt nicht zu. Es hilft aber nix, Richard greift einfach hart durch und setzt sich auf das renitente Schloß. Soll es doch einschnappen, das dumme Ding!
Aufsitzen, die Damen und Herren, wir fahren los nach Hennef, Horst fragt sich bestimmt schon, wo wir bleiben. In Hennef an der Tankstelle steht er jedenfalls schon bereit mit gezücktem Handy und filmt, wie mehr oder weniger ordentlich wir vorfahren und parken. Hallihallo, alle da ? Nein, Verlust - Mathias hat seiner schlappen Batterie nicht über den Weg getraut und sich unterwegs zurück auf den Heimweg gemacht. Da soll sich doch seine Batterie mal an dem schlappen Reifen von Andreas' Museumsstück ein Beispiel nehmen, der hält jetzt durch, basta!
Jetzt wird das eine oder andere Häppchen oder Stulle oder etc. aus dem "Kofferraum" hervorgekramt und verspeist. Wer mag und muß, kann die Gelegenheit noch schnell nutzen und dann geht es endlich auf Tour durch die Frühlingslandschaft.
Das erste Grün an den Bäumen, die ersten Rapsfelder leuchten schon gelb und die Kirschbäume blühen feste. Gelegentlich weht auch Blütenduft unter den Helm, es wird Frühling! Das Thermometer hat das aber heute irgendwie nicht mitgekriegt, es bleibt ziemlich kühl.
So rollen wir durch die hügelige Landschaft, teils mit schönen Fernblicken und kurvigen schmalen Wegen, der Verkehr läuft auch vernünftig (vielleicht weil es so kühl ist?) und auch die Motorradfahrer, die uns begegnen, sind größtenteils gelassen unterwegs. Deshalb kommen wir entspannt in Vettelschoß an. Vettelschoß ? Muß man das kennen? Nicht unbedingt, das Dorf gleicht den anderen Dörfern in der Gegend bis zur Austauschbarkeit.
Nur der altertümlich aussehende Schienenbus ist schon mehr als einen Blick wert - was Richard auch sofort auffällt. Den wird er sich vor der Rückfahrt noch genauer ansehen. Es ist aber kein Museumsstück, sondern das Ding fährt tatsächlich! Umso besser.
Genau gegenüber der "Bushaltestelle" ist das Little Britain Hotel - zwei getrennt voneinander stehende Häuser, die an sich absolut nicht besonderes wären, wäre da nicht die gesamte Deko drinnen, draußen und drumherum.
Zwei bunte Morris Mini fallen schon von weitem auf, englische Telefonhäuschen, romantische Rosenbögen und Gartenbänke, zwei schwarze Riesenraben auf dem Dach (dem Londoner Tower nachempfunden) und so viel mehr, was man gar nicht alles beschreiben kann.
Die Queen sitzt auf einer Bank im Innenhof, gleich in der Nähe der berühmte Paddington Bear, der sie - echt jetzt!? - einmal interviewen durfte und, man glaubt es kaum, tatsächlich ein Kampfpanzer. In den Farben des Union Jack lackiert und mit Friedenstauben geschmückt.
Selbst der Schäferhund heißt original britisch vornehm "James". Na wenn der mal nicht von Adel ist!
Hier noch ein paar Eindrücke aus dem Hof und von innen - tiiief eintauchen ins Königreich...
Wir haben Glück - zwar können wir hier nicht großartig einkehren, da eine geschlossene Gesellschaft uns zuvorgekommen ist, aber für uns ist noch Platz in der Bar, sehr gut!
Ein warmes Getränk ist jetzt höchstwillkommen, da sagt keiner nein!
Besagte Getränke werden pflichtgemäß in buntesten Tassen serviert, immer mit Bezug auf entweder die Queen, das Landleben an sich oder an alles mit britischem Flair. Zu essen gäbe es ebenfalls englische Küche - Pies, Scones, Fish 'n Chips...
Alle wieder aufgewärmt ? Dann kann es ja wieder losgehen.
Auf dem Parkplatz wird kurz beraten, dass wir das geplante Ziel Königswinter ausfallen lassen - wir sind sowieso schon mehr als eine Stunde hinter dem eigentlichen Zeitplan und Mittagessen war auch in Königswinter nicht geplant, also verlockt doch eine Einkehr im Krewelshof bei einem sahnenhaften Stück Torte ?!?!? Gesagt, getan, zurück zum Krewelshof.
Unterwegs verabschiedet sich Horst und überläßt uns sein Stück Torte (gut, er weiß nicht, was er da verpasst).
Am Krewelshof verabschieden wir uns offiziell - wer nach Hause zum "Auftauen" möchte, der fährt weiter; alle anderen fallen in den Krewelshof ein.
Die ersten, die mit Kaffee & Kuchen versorgt sind, erobern einen Tisch und verteidigen die Plätze für den Rest. Doch wo bleibt besagter Rest?
Nichts zu sehen, rechts nicht, links nicht, vor und hinter uns auch nicht... die waren doch eben alle noch an der Kasse ?
Herbert dreht eine Forschungsrunde über den Hof, auch draußen, aber keine Spur von Peter & Co. Angi ruft ihn einfach an.
Aber keine Spur von Peter & Co. Handy aus oder der Spaß so laut, dass man es nicht hört?
Nun, dann eben eine Sprachnachricht, bevor wir draußen an den Rollern unterkühlt anfrieren, wir fahren dann schon mal nach Hause, verkünden Richard, Herbert, Maggie und Angie und düsen heimwärts.
Aber wo zum Teufel sind die anderen geblieben?
Des Rätsels Lösung lässt nicht lange auf sich warten:
So peu a peu trudelt ein jeder wieder wohlbehalten zu Hause ein und auch, wenn das Wetter unterkühlt war, der Stimmung hat's keinen Abbruch getan, wie man sehen kann:
